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Lernen mit Kopf, Herz und Hand – Ein Plädoyer für Maker Education

In unseren Workshops beobachten wir immer wieder, wie Kinder fasziniert sind von einer klingenden Pflanze, von leuchtender Knete oder einem sprechenden Poster. Wenn sie dann sehen, wie es gemacht ist, kommen sie schnell zu dem Punkt: „Das kann ich vielleicht auch. Das versuche ich doch selber mal!“

Das Selbermachen, um die eigene Wirksamkeit zu entfalten, ist essenzieller Bestandteil der Maker Education und entsprechend auch im Mittelpunkt all unserer Lernformate. Durch projekt- und problembasiertes Arbeiten stärkt Maker Education wichtige Zukunftskompetenzen wie Kommunikation, Kollaboration, Kreativität oder kritisches Denken.

Ein Diagramm zeigt die Überlappung des 4K-Modells (Kommunikation Kooperation, Kreativität, Kritisches Denken) mit Digitalen Kompetenzen (Rezeption, Reflexion, Produktion).
Im Makerspace ist vieles möglich - auch digitale Kompetenzen lassen sich hier vermitteln. Besonders spannend: der Raum für Produktion, also digitale Inhalte und Systeme selbst gestalten zu können. Illustration: Carlotta Klee. "Maker Spaces in der Schule: So geht Lernen heute."

Lernen durch Be-Greifen, wobei Kopf, Herz und Hand gleichermaßen involviert sind, prägen unsere Arbeitsweise. Wir lehnen uns dabei bewusst an die Erkenntnisse großer Reformpädagogen wie Pestalozzi, Montessori, Piaget und Papert an: Die Selbsterfahrung steht bei uns im Zentrum, wobei wir im Sinne des playful learning stets einen spielerischen Zugang wählen, der durch das Entdecken und Erforschen die innere Neugier und Begeisterung anspricht. Dafür gestalten wir Umgebungen, die das Lernen selbst zum Erlebnis machen.

E: Illustration: aus Vogelperspektive sieht man einen Werktisch an dem eine Gruppe junger Menschen gemeinsam an einem Roboter tüftelt.
Illustration: Carlotta Klee. "Maker Spaces in der Schule: So geht Lernen heute."

Lernende beginnen aus eigenem Antrieb heraus zu tüfteln und auszuprobieren. Meist klappt es nicht beim ersten Mal. Dann probieren sie es wieder, schauen sich an, wie es andere gelöst haben und holen sich Inspirationen und Anregungen. Sie tüfteln weiter, stellen Fragen, wundern sich, kommen auf neue Ideen, erforschen, experimentieren und dann: das Leuchten in den Augen, ein Jubeln, ein glückliches Gesicht. „Das habe ich selbst gemacht! Ich kann das selbst!“ - das Vertrauen in die eigene Schaffenskraft ist wieder ein Stück gewachsen. Und gleich läuft das Kind viel aufrechter durch den Raum.

Gruppenfoto: Teilnehmerinnen des Girls' Day 2022 im GoodLab schauen glücklick in die Kamera.
In unserem eigenen Makerspace, dem GoodLab, wird regelmäßig fleißig getüftelt, wie hier beim Girls' Day 2022.

Deswegen fühlen wir uns in Makerspaces, FabLabs und Lernwerkstätten am wohlsten. Also in offenen Lernräumen, die einen einfachen Zugang zu Werkzeugen, Technologien, Materialien und Know-how bieten. In diesen Räumen kann Maker Education praktiziert werden. Hier können Kinder und Jugendliche ausprobieren und einfach machen.

In unserem gemeinsam mit Save the Children und der TU Berlin entwickelten Handbuch Makerspaces in der Schule: So geht Lernen heute halten wir fest

“Durch ihre Offenheit bieten [Makerspaces] das ideale Umfeld, um schrittweise neue fachliche Erfahrungen im Umgang mit Technologien und Materialien zu sammeln und sich gleichzeitig wichtige Metakompetenzen anzueignen. Das Tüfteln, Experimentieren, Spielen, Programmieren, Erforschen, Bauen und Erfinden entdecken die Lernenden eigene Talente, die sie weiterentwickeln können, und sie erfahren durch das konkrete Umsetzen eigener Ideen in Projekten Selbstwirksamkeit. [...]

Gerade auch Lernende, die Schwierigkeiten haben, dem teilweise recht theoretisch-abstrakten Schulgeschehen zu folgen, lernen in Maker Spaces wichtiges Fachwissen einfach nebenbei. Z. B. lässt sich das Prinzip von Variablen viel leichter begreifen, wenn die Lernenden einen Roboter bauen, der je nach Sensorwert reagiert. Maker Spaces stellen so ein wesentliches Instrument dar, um Chancengleichheit zu fördern und der Bildungsschere entgegenzuwirken.”

E: Ein Mädchen werkelt an einem Prototyp, verbindet elektronische Elemente mit Kroko-Klemmen und Kabeln.
Selbermachen - das Tüfteln steht im Mittelpunkt der Maker Education.

Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, tiefer in die Maker Education einzutauchen und mehr über Makerspaces und Lernwerkstätten zu erfahren, dann kommt gern vorbei zum Makerspace Day “DSG goes 17” der Deutsch-Skandinavischen Gemeinschaftsschule und der Nordischen Botschaften am 25. Juni 2022. Wir haben in ko-kreativen Prozessen gemeinsam mit Schüler*innen Workshops zum Thema BNE und Making entwickelt, die die Schüler*innen an dem Tag selbstständig durchführen! Hier könnt ihr euch anmelden.

Ihr wohnt nicht in Berlin? Kein Problem. Mit unserem Projekt „TüftelAkademie lokal“ bringen wir Maker Education auch direkt zu euch.

Und wenn ihr selbst ein Makerspace-Projekt starten wollt oder noch fragen habt, meldet euch gern bei uns: Vielleicht können wir ja gemeinsam was starten 😉. Let’s Make!

*Wie auch im Handbuch: Wir haben uns explizit für die weit verbreitete Schreibweise Makerspace Maker Education entschieden, um Einsteiger*innen die Auffindbarkeit von weiterführender Literatur zu erleichtern. Gleichwohl ist uns die Diskussion im deutschsprachigen Raum hinsichtlich der Verwendung des stärker prozesshaften Ausdrucks „Making Space“ bekannt, die wir durchaus befürworten. Ebenso unterstützen wir die FabLab-Bewegung und haben dasselbe Mindset des Machens und Teilens.

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