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Algorithmische Bildung als Grundrecht für alle — Ein Plädoyer

Digitalisierung durchdringt unsere Gesellschaft. Daher sind wir der Meinung, ein gewisses Maß an algorithmischer Bildung sollte ein Grundrecht für alle sein. Nur so können wir gesellschaftliche Teilhabe für jeden erreichen und vor allem auch Mädchen für Technologien begeistern.

Unser Ziel

In der Schule lernen Kinder wie unsere analoge Welt funktioniert, jedoch kaum etwas über die Digitalisierung. Da unser Leben, aber vor allem die Zukunft unserer Kinder, immer digitaler wird, befähigen wir sie, von Benutzern zu Gestaltern zu werden. Wie wir das tun? Indem wir sie zunächst herausfordern mit nichts Geringerem als den großen Fragen unserer Zeit, wie z.B.: Wie kann der Mensch mit der Natur in Einklang leben? Wie vermeiden wir Müll und schonen die Ressourcen unseres Planeten? Wie bewegen wir uns energiesparend fort? Wie schaffen wir einen gerechten Zugang zur Bildung für alle Menschen?

Ausgestattet mit den richtigen Kreativmethoden, entwickeln die Kinder ihre eigenen Lösungsvorschläge auf diese Herausforderungen und setzen diese in funktionale Prototypen um. Dabei lernen sie die Potenziale der Digitalisierung sinnstiftend einzusetzen und erwerben ganz nebenbei wichtige Grundlagen der Informatik und Elektronik. Unter algorithmischer Bildung verstehen wir, junge Menschen an reale Problemstellungen heranzuführen, ihnen die mentalen Modelle des logischen Denkens und Rüstzeug des kreativen Handelns an die Hand zu geben und sie somit zu befähigen, eigenständig Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln.

Dafür führen wir die Kinder und Jugendliche an die Grundlagen der Programmierung heran und bauen mit digitalen Werkzeugen Lösungen für spezifische Probleme in ihrem Alltag. Hierbei ist es uns wichtig, Technik nur einzusetzen, wenn es passt und sinnvoll ist. Algorithmische Grundkenntnisse können auch analog vermittelt werden, dafür brauchen wir im ersten Schritt nicht zwingend Laptop oder Tablet. Um jedoch vertiefend in die Thematik einzusteigen, ist das technische Instrumentarium und eine stabile Infrastruktur unabdingbar.

Unserer Überzeugung nach ist Lernen ein Bedürfnis jedes Menschen. Durch spielerische Methoden zeigen wir Kindern und Jugendlichen, dass Lernen Spaß macht und dann gut funktioniert, wenn es von einer persönlichen, inneren Motivation her geleitet wird, wenn wir begreifen und unsere eigenen Erfahrungen sammeln können. Oder um es mit den Worten von Maria Montessori zu sagen: Wenn wir den Kindern helfen, es selbst zu tun.

Unser Ziel ist es, dass Kinder proaktiv die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angehen und befähigt werden, eigenständig Lösungen zu definieren. Deshalb fordern wir algorithmische Bildung als Grundrecht für alle! Wir erachten es als überaus wichtig, jedem Bürger eine qualitative Bildung und damit die Teilhabe an einer demokratischen Zivilgesellschaft zu ermöglichen. Dazu gehört auch, sich mit den aktuellen Herausforderungen der digitalen Welt auseinanderzusetzen, um sich in dieser eigenständig zurechtzufinden.

Nicht zuletzt im Hinblick auf die Wirtschaft ist es wichtig, junge Menschen zu befähigen, sich stets neue Kompetenzen anzueignen, die es in der Zukunft auf dem Arbeitsmarkt braucht. Daher verstehen wir unser Angebot auch als Berufsorientierung und Lernort, an dem jeder seine individuellen Stärken entdecken kann. Die Teilnehmenden erlangen bei uns nicht nur Soft Skills wie Kreativität, Mut, Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, in kollaborativen Teamprozessen zu denken. Sie erarbeiten sich auch technisches Know How und algorithmisches Denken durch den Umgang mit digitalen Werkzeugen.

Unser Ansatz — Workshops für Kinder & Jugendliche

Bei JUNGE TÜFTLER lernen Kinder und Jugendliche den Umgang mit Soft- und Hardware, um eigene Projekte realisieren zu können. Dabei kommen Methoden aus dem Design Thinking und Agilen Projektarbeiten zum Einsatz, die spielerisch und pädagogisch in den Kontext eingebunden werden. Wir bauen VR-Welten (in CoSpaces) und Spiele-Apps (mit App Inventor), programmieren Roboter (mit Ozobots, Lego Mindstorms und mBots) und Mikrocontrollern (mit Calliope Mini, Arduino, Raspberry Pi) oder tüfteln mit 3D-Druck und Lasercutter.

Das machen wir in Form von schulischen Veranstaltungen und regelmäßigen Kursen und Projekttagen sowie außerschulischen Projekttagen, Feriencamps, Inspirationsworkshops oder Make-a-thons mit jeweils unterschiedlichem Tiefgang, Themenfokus und zeitlichen Rahmen. Dazu gehören zum Beispiel Workshops, bei dem Kinder und Jugendliche eine ganze Woche lang über Themen wie Nachhaltigkeit und Umwelt arbeiten und Prototypen für Lösungen für ihren Alltag bauen. Das können konkret Bewässerungssysteme für die Pflanzen im Kiez sein oder kleine Roboter, die für eine verbesserte Müllsortierung sorgen.

Am Ende dieser Veranstaltungen entstehen jedes Mal neue Produkte und individuelle Lösungen — abhängig von dem Input der Teilnehmenden. Denn bei uns gibt es keine Musterlösungen, kein Richtig oder Falsch. Die Kinder werden vom passiven Nutzer zum aktiven Gestalter — und das mit ganz viel Spaß.

Workshops für Lehrkräfte

Und um unseren Ansatz zu verbreiten und flächendeckend allen Kindern algorithmische Bildung zugänglich zu machen, brauchen wir einen systemischen Wandel. Dabei sehen wir Lehrkräfte als essenziellen Hebel und bieten daher mit der TüftelAkademie Weiterbildungen in Form von Online-Kursen & Präsenzveranstaltungen an. Wir entwickeln Lehrmaterialien, die für den Einsatz im Unterricht als Download bereitstehen. Dazu gehören zum Beispiel Arbeitsblätter und Lernkarten, die für alle Lehrkräfte in Form von OER-Materialien frei zugänglich gemacht werden.

Aktuell befinden wir uns in Ko-Kreationsprozessen, in denen wir mit Lehrer*innen gemeinsam neue Angebote gestalten. Bleibt also dran und verfolgt unsere Aktivitäten.

Wir freuen uns auch immer über Feedback und einen Austausch mit euch. Tretet gerne direkt mit uns in Kontakt oder folgt JUNGE TÜFTLER auf Twitter, Facebook und Instagram.

Franziska Schmid & Julia Kleeberger

Gründerinnen und Geschäftsführerinnen JUNGE TÜFTLER gGmbH

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