Junge Tüftler Junge Tüftler Berufsorientierung neu denken: Was brauchen Jugendliche wirklich für die Arbeitswelt von morgen? CEO Daniel Llano-Manibardo im Gespräch

Berufsorientierung neu denken: Was brauchen Jugendliche wirklich für die Arbeitswelt von morgen? CEO Daniel Llano-Manibardo im Gespräch

Wie können wir Schule und Arbeitswelt besser miteinander verknüpfen? Daniel Llano Manibardo, CEO Chase Deutschland, über Zukunftskompetenzen, digitale Bildung und wie aus Potential Perspektive wird.

Vor zehn Jahren begann Junge Tüftler mit der Idee, die Welt von Kindern und Jugendlichen mit einfachen Werkzeugen, positiven Lernsettings und unerschütterlicher Überzeugung zu verändern. In “Zukunft bilden: 10 Jahre, 10 Stimmen” erzählen zehn wegbereitende Perspektiven aus unserem Team, Schulen und digitaler Bildung, was es bedeutet, wenn Neugier auf Ermutigung trifft und junge Menschen darin bestärkt werden, die Welt nicht nur zu verstehen, sondern sie proaktiv und selbstwirksam zu gestalten.

Lesezeit: 5 Minuten

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Fachkräftemangel, KI, Automatisierungsprozesse: Welche Kompetenzen brauchen junge Menschen aus Ihrer Sicht wirklich, um die Arbeitswelt von morgen mitzugestalten und warum?

Es braucht solide Digitalkompetenzen, gepaart mit kreativem und kritischem Denken. Es geht nicht nur darum, Technologie zu nutzen, sondern sie zu verstehen und verantwortungsvoll einsetzen zu können. Genau das wird wichtig, weil KI und Automatisierung Routinetätigkeiten verändern, während menschliche Stärken wie Problemlösen, Kreativität, kritisches Denken und Zusammenarbeit an Bedeutung gewinnen. Das gelingt besonders gut, wenn Lernen praxisnah ist: Wer in Projekten selbst etwas entwickelt, erlebt Erfolge, Rückschläge und erlangt Übung, Kompetenzen, die in dynamischen Berufsbildern entscheidend sind. Genau hier setzt der Ansatz von TüftelLab Schule an: Jugendliche arbeiten an praxisorientierten Challenges, die sie Schritt für Schritt zu einem eigenen Prototyp führen und lernen dabei nicht nur mit modernen und digitalen Werkzeugen zu arbeiten, sondern auch im Team zu planen, umzusetzen und zu präsentieren. Gleichzeitig entstehen in dem Projekt reale Kontakte zu Unternehmen und damit Einblicke in Berufsfelder. Denn neben Skills braucht es Orientierung: Begegnungen mit Arbeitgebern helfen, Interessen und Stärken in tragfähige Bildungs- und Berufsentscheidungen zu übersetzen.

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Warum unterstützen Sie die Arbeit des TüftelLab Teams?

Zunächst: Herzlichen Glückwunsch an Junge Tüftler zum 10‑jährigen Bestehen und Danke für zehn Jahre Engagement für Zukunftskompetenzen und digitale Bildung.

Bei JPMorganChase freuen wir uns Teil dieser Reise zu sein und unterstützen das Programm TüftelLab Schule. Der Ansatz, direkt in Berliner Schulen zusätzliche Praxis- und Orientierungsangebote zu vermitteln, überzeugt uns, weil er nicht nur kurzfristige Workshops anbietet, sondern Berufsorientierung systematisch in Schulen verankert, inklusive neuer Methoden und dem Aufbau von Lehrkräftekompetenzen. Gleichzeitig schafft das Format Brücken in die Arbeitswelt: Durch unmittelbare Begegnungen mit Unternehmen, etwa Job‑Messen, Austauschmöglichkeiten mit Praktikern und Praktikerinnen oder Challenge‑Formate, bekommen junge Menschen realistische Einblicke, Feedback und erste Kontakte. Wir freuen uns, neben dem Programm auch die Ausstattung mit den mobilen „TüftelSchränken“ zu unterstützen: Sie werden an 20 TüftelLab‑Schulen in Berlin verteilt und stellen die Ausstattung und Werkzeuge bereit, mit der Schülerinnen und Schüler praktisch arbeiten und Prototypen entwickeln können.

Bei JPMorganChase ist es uns wichtig, dass aus Potenzial auch Perspektive wird: mehr Orientierung, mehr Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und bessere nächste Schritte Richtung Ausbildung, weiterführende Bildung oder Praxiserfahrung.

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Wo sehen Sie wichtige Ansatzpunkte in unseren Schulen?

Ich sehe vor allem Chancen darin, Lernen stärker mit Lebens- und Arbeitswelt zu verbinden und gute Ansätze so zu gestalten, dass sie im Schulalltag wirklich praktikabel sind. Gleichzeitig gibt es sehr unterschiedliche Ausgangslagen, volle Stundenpläne und begrenzte Zeitfenster. Umso wichtiger sind Formate, die Berufsorientierung und Zukunftskompetenzen nicht zusätzlich „oben drauf“ setzen, sondern sinnvoll in Unterricht und Schulentwicklung integrieren. So kann Wirkung nicht nur punktuell entstehen, sondern verlässlich.

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Wie sieht eine zukunftsfähige Bildungslandschaft im Jahr 2036 aus? Was braucht es dafür?

Ich würde mir eine Bildungslandschaft wünschen, die junge Menschen in der Schule konsequent befähigt, sich in einer digitalen und modernen Wirtschaft zu orientieren, unabhängig von Herkunft oder Postleitzahl.

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Danke für Ihre Zeit, Herr Llano Manibardo

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